Institut für Schematherapie – Eckernförde  
Wo kann ich etwas darüber lesen?

Sehr zu empfehlen ist das Buch des Gründers der Schematherapie, welches er mit einer langjährigen Mitarbeiterin zur Selbsterkenntnis und Selbsthilfe, aber auch zur Vorbereitung und Begleitung einer Schematherapie geschrieben hat:

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Young & Klosko (2006): Sein Leben neu erfinden (Reinventing Your Life). Paderborn: Junfermann.

 

Das Vorwort zum Buch:

„Reinventing Your Life“, so der Originaltitel des vorliegenden Buches, ist in viele Sprachen übersetzt worden und nun zur Freude vieler Psychotherapeuten, die Schematherapie kennen und schematherapeutisch arbeiten, auch für das deutschsprachige Publikum erreichbar. Diese Publikation unterstützt damit auch mein stetes Engagement, die sehr wirkungsvolle Schematherapie mittels Vorträgen und Workshops an vielen Orten in Deutschland bekannt zu machen. Das große Interesse an dieser neuen, auch aus der bekannten Kognitiven Therapie hervorgegangenen Psychotherapie ist sicher dadurch mit begründet, dass Jeffrey Young als deren Begründer die meisten der für psychologische Änderung erfolgreichen Ideen und Vorgehensweisen in der Schematherapie integriert und sie mit weiteren Ideen und Methoden vollendet hat. Die Leserin, der Leser können sich auf eine Lektüre freuen, die kompetenter nicht hätte abgefasst werden können. Einen „Wunden Punkt“, ein schmerzliches Thema feststellen, es benennen, im Alltag beobachten und den hinderlichen Charakter dieses Themas zu erkennen, ist der Start zu einer Wende im Leben („Wunder Punkt“ wird in diesem Buch übrigens als „Lebensfalle“ und in der Schematherapie als „Hinderliches Schema“ bezeichnet). „Sein Leben neu erfinden“ ist ein wunderbares Buch. Jeffrey Young und Janet Klosko zeigen uns den Weg von negativer Selbstbewertung zum Verständnis, wie wir so geworden sind wie wir sind: Wunde Punkte haben sich entwickelt, weil wir schmerzliche Erlebnisse in unserer Entwicklung hatten, vor denen wir uns, so gut es eben ging, zu schützen versuchten. Dieser Schutz und damit die Wunden Punkte selbst waren zum Leben notwendig. Die Wunden Punkte werden jedoch zur Lebensfalle oder zum Hinderlichen Schema, wenn die Person und die Umgebung sich verändern: das Kind wird erwachsen und unabhängig, die Person erlebt sich dennoch unvollkommen und bedroht wie als Kind.

... Umgebungen verlieren Bedrohungen und eröffnen neue Möglichkeiten, sie werden aber weiterhin als gefährlich und einschränkend erlebt. Die Wunden Punkte und der Umgang mit ihnen haben uns gelehrt, was man tun kann, um relativ unbeschadet zu leben. Relativ unbeschadet kann bedeuten,
- daß wir Unglück erdulden,
- daß wir Gelegenheiten zur Erfüllung von wichtigen persönlichen Bedürfnissen vermeiden und damit unser Leben einschränken und
- daß wir uns angestrengt bemühen, in einer vermeintlichen Schwäche nicht erkannt zu werden.

Sich-besser-verstehen ist der Ausgangspunkt für eine Wende im Leben. „Sein Leben neu erfinden“ erfordert oft, den Schmerz der Vergangenheit zuzulassen und zu verstehen. Es ist dabei wichtig zu erleben, dass der Schmerz zugefügt und nicht selbstverschuldet war. Die Erkenntnis daraus: Ich bin nicht defekt, stattdessen habe ich mich wacker geschlagen!

Das Sich-neu-erfinden zielt einerseits darauf, die Gewohnheiten im Umgang mit Wunden Punkten aufzugeben. Andererseits und hauptsächlich geht es um das Erkennen und Wiedererkennen der grundlegenden Bedürfnisse und der wichtigen Ziele im Leben. Denn: Befreiung von zermürbenden Anstrengungen im Kampf mit Wunden Punkten setzt Kräfte frei zur Befriedigung von Bedürfnissen und dem Anstreben von persönlich bedeutsamen Zielen.

Um Veränderung dauerhaft erreichen zu können, ist oft externe Hilfe und Unterstützung sinnvoll und notwendig.

Ich wünsche Ihnen Begeisterung für das Werk von Young und Klosko und für die Wende in Ihrem Leben. Lesen Sie auch unbedingt den letzten Abschnitt im Buch. Er wird Ihnen helfen ausdauernd zu sein und zu bleiben - auch in schwierigen Abschnitten Ihrer Lebensveränderung.

Prof. Dr. phil. Heinrich Berbalk
Approbationen für Psychologische Psychotherapie
bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hamburg

© Berbalk 2006

 
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